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Global Summit of Women 2007 in Berlin - ein Rückblick von M. Haas
Bis vor kurzem war dieser seit 17 Jahren an wechselnden Orten stattfindende, internationale Kongress weiblicher Führungsfrauen hierzulande fast unbekannt. Das dürfte sich mit Beginn des diesjährigen Global Summit of Women in Berlin schlagartig geändert haben: Dieser Summit war der größte in seiner Geschichte: Mehr als 1.000 TOP-Frauen - darunter 50 Ministerinnen, Führungskräfte, Unternehmerinnen sowie Mitarbeiterinnen von Nicht-Regierungsorganisationen - nahmen teil.
Diese Mischung macht den Kongress so einzigartig. Frauen aus 95 Nationen diskutierten vom 14. bis 16. Juni 2007 unterschiedlichste Aspekte von Führung und Unternehmertum im Kontext der Globalisierung: "Der Globale Marktplatz: Möglichkeiten und Herausforderungen". Ganz nebenbei waren die bunten Trachten der Afrikanerinnen und der Delegationen aus Korea, Vietnam und Taiwan etc. eine Augenweide.
Irene Natividad, die ebenso charmante wie energiegeladene amerikanische Präsidentin des Global Summit, hatte dem National Host Committee, dem ich angehörte, nicht zu viel versprochen: Die Stimmung unter den Frauen war großartig und in keiner Weise mit der bei sonstigen Businessveranstaltungen zu vergleichen. Jeder kam mit jedem ins Gespräch, sprachliche Verständigungsprobleme waren kein Hindernis, sich intensiv auszutauschen.
Vor allem aber war es inspirierend, so viele hochkarätige Frauen bei den Podiumsdiskussionen nicht nur erleben und befragen zu können, sondern sie bei den Mahlzeiten näher kennen zu lernen. So hatte ich das Vergnügen, u. a. mit der Justizministerin von Tansania zu frühstücken, mit der koreanischen Unternehmerin Sung-Joo Kim, die 2004 vom Wall Street Journal unter die "TOP 50 Women to Watch" gewählt wurde, zu Mittag zu essen und mit Frau Dr. Farkhonda Hassan, einer ägyptischen Geologieprofessorin und Generalsekretärin des Nationalen Ägyptischen Frauenrates zu dinieren und dabei interessante Gespräche zu führen… Das bekommt man nicht jeden Tag geboten.
Top-Managerinnen eröffneten beim Youth-Forum Studentinnen nicht nur Einblicke in die Mechanismen der Geschäftswelt, sie plauderten wahrlich aus dem Nähkästchen und gaben so manchen guten Rat mit auf den Weg. Das große Verdienst des Global Summit und seiner "Erfinderin" Irene Natividad ist es, insbesondere jungen Frauen zu zeigen, wie viele erfolgreiche und wahrhaft mächtige Frauen aus verschiedensten Bereichen, Branchen und Professionen es gibt, die als Vorbilder dienen können, deren Fehlen so oft beklagt wird.
Die wenigen Männer auf den Podien hatten sich das Thema "Diversity" und weibliche Führung nicht bloß von ihren Personalabteilungen als "Asset" für Unternehmen in die Stichwortliste notieren lassen. Im Gegenteil, sie sind vehemente Befürworter der Chancengleichheit, wohl wissend, dass die demografische Entwicklung und wirtschaftliche Vernunft nicht länger zulassen, auf 50 % des menschlichen Potentials, nämlich das der Frauen zu verzichten.
Schließlich wurden Preise an drei herausragende Frauen vergeben: Den internationalen Preis "Global Women's Leadership Award" erhielt die Präsidentin von Lettland, Vaira Vike-Freiberga. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Rita Süssmuth wurde für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und mit dem "Global Women's Entrepreneur Award" Prof. Ulrike Detmers, Mitgesellschafterin der Mestemacher GmbH, als Unternehmerin geehrt.
Es sei der Hinweis erlaubt, dass in jeder Diskussionsrunde mehrfach betont wurde, wie wichtig es für Frauen ist, sich gut zu vernetzen und als Person/Fachfrau sichtbar zu sein, wenn es mit der Karriere klappen soll. Der Global Summit ist hierfür eine perfekte Plattform - insbesondere für diejenigen, die international arbeiten. Der nächste Global Summit wird in Vietnam stattfinden. Die vietnamesische Vizepräsidentin, Truong My Hoa, lud höchstpersönlich ein, dies zum Anlass zu nehmen, ihr Land zu besuchen.
Martina Haas, Rechtsanwältin, Unternehmensberaterin und Buchautorin
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